
15. Juni 2005
Vielleicht weißt Du es noch. Deutschland war einmal geteilt - in die Bundesrepublik Deutschland (BRD) und in die Deutsche Demokratische Republik (DDR). Diese Teilung Deutschlands war eine Folge des 2. Weltkrieges.
Schon im Februar 1945, in der Konferenz von Jalta, beschlossen Amerika, die Sowjetunion und England (die Alliierten), Deutschland in vier Teile zu teilen. Zu dieser Zeit war es schon offensichtlich, dass Deutschland den Krieg nicht mehr gewinnen konnte und so machten sich die zukünftigen Siegermächte Gedanken, wie man mit Deutschland nach dem Krieg umgehen sollte.
Die Sowjetunion sollte den östlichen Teil Deutschlands, England den nordwestlichen Teil, Frankreich einen schmalen Streifen am südwestlichen Rand und Amerika nahezu den gesamten Süden Deutschlands erhalten. Diese einzelnen Teile nannte man Besatzungszonen.
Berlin als ehemalige Hauptstadt Deutschlands sollte von allen vier Siegermächten besetzt werden. Allerdings war damals keine endgültige Teilung Deutschlands vorgesehen. Deutschland sollte nach einer gewissen Zeit wieder zu einem ganzen, einheitlichen Staat gemacht werden.
Deutschland hatte unter Hitler die Weltherrschaft angestrebt. Um dies zu erreichen, entfachte es im Jahre 1939 einen Weltkrieg, der Millionen von Menschen das Leben kostete. Dies sollte nicht wieder möglich werden. Aus diesem Grund wollte man Deutschland schwächen. Dies erreichte man durch die Teilung. Man wollte aber ebenso, dass Deutschland einen Teil des Schadens zurückzahlt, den es durch den Krieg anderen Ländern zugefügt hatte. So wurde jedem Teil Deutschlands eine Besatzungsmacht zugeteilt, die aus ihrem Teil nehmen konnte, was sie als Schadensersatz wollte. Diesen „Schadensersatz“ nennt man Reparationen. Meist waren es ganze Fabriken und Industrieanlagen aber teilweise auch einfach nur Schienen von Eisenbahnen.
Obwohl sich die Siegermächte auf den Konferenzen von Teheran 1943, Jalta im Februar 1945 und Potsdam im August 1945 darauf geeinigt hatten, wie mit Deutschland in den einzelnen Besatzungszonen nach dem Krieg verfahren werden sollte, verliefen die Entwicklungen in den Teilen Deutschlands zum Teil sehr unterschiedlich.
Die westlichen Besatzungsmächte erkannten sehr schnell, dass Deutschland nicht lebensfähig war, wenn man die ganze Industrie und auch die Transportmöglichkeiten zerstörte. Wie sollte es so Kohle zum Heizen abbauen können und in die Städte verteilen? Wo sollten die Menschen arbeiten, um Geld zu verdienen? Aus diesem Grund strebten sie eine Vereinigung der einzelnen Besatzungszonen auf wirtschaftlicher Basis an.
Die Sowjetunion und auch Frankreich fanden die Idee nicht gut. Für diese beiden Länder war es am wichtigsten, dass sie möglichst viel aus Deutschland abtransportieren konnten. Vor allem die Sowjetunion blieb diesem Kurs treu. Dies machte eine Zusammenarbeit der Siegermächte immer schwieriger.
Da sich die wirtschaftlich verheerende Lage in Deutschland immer mehr zuspitzte, beschlossen England und die USA im März 1946 wenigstens ihre beiden Besatzungszonen zu einer wirtschaftlichen „Bizone“ („Bi“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „zwei“) zusammenzuschließen.
Aber mit der Schaffung der Bizone war schon der erste Schritt in Richtung Spaltung Deutschlands in zwei Teile getan. Die Antwort der Sowjetunion auf die Bizone im Westen war die „Deutsche Wirtschaftskommission“ im Osten. So wurde die Spaltung Deutschlands immer unüberwindbarer.
Im Westen wurde die freie Marktwirtschaft (Der Markt wird von Angebot und Nachfrage bestimmt und es gibt keine staatlichen Eingriffe.) nach amerikanischem Prinzip eingeführt, im Osten die Planwirtschaft (Der Staat regelt alles.) nach sowjetischem Vorbild.
Es dauerte noch zwei Jahre bis die DDR und die BRD gegründet wurden. In dieser Zeit gab es einige Versuche beider Seiten, doch noch eine Einigung zu bewirken. Allerdings wollten sowohl die USA als auch die Sowjetunion keine Kompromisse eingehen.
Deutschland sollte nach den Wünschen Amerikas einheitlich eine freie Wirtschaft und Demokratie haben, die Sowjetunion wollte Deutschland nur als Einheit sehen, wenn es überall Planwirtschaft gäbe und die deutsche Regierung sowjetisch ausgerichtet wäre.
Da beide Seiten die Vorschläge der anderen ablehnten, wurden schließlich im Jahre 1949 zwei deutsche Staaten gegründet. Am 23. Mai 1949 die Bundesrepublik Deutschland (BRD), der sich auch die französische Besatzungszone anschloss und am 7. Oktober 1949 die Deutsche Demokratische Republik (DDR).
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