In vielen Städten in der Türkei haben in den letzten Tagen tausende Menschen gegen Regierungschef Erdogan protestiert. Sie sind richtig sauer auf ihn. Ursprünglich ging es nur darum, den Bau eines Einkaufszentrums in Istanbul zu verhindern. Dieses soll im so genannten Gezi-Park entstehen, wo dafür zahlreiche alte Bäume gefällt werden sollen.
Erdogan ließ die Proteste gegen das Bauvorhaben von der Polizei beenden. Dabei gab es viele Verletzte. Doch statt aufzugeben, gingen anschließend sogar noch mehr Menschen auf die Straße. Dabei gab es immer wieder Kämpfe zwischen den Demonstranten und der Polizei. Bis heute sind dabei vier Menschen ums Leben gekommen, darunter ein Polizist.
Viel Kritik an Erdogan
Die Proteste in der Türkei halten bis heute an. Inzwischen geht es nicht mehr nur um das Einkaufszentrum. Die Demonstranten wollen, dass Erdogan zurücktritt oder zumindest seine Politik ändert. Sie wünschen sich mehr Demokratie und wollen gefragt werden, wenn es um wichtige Dinge wie große Bauprojekte geht – davon plant Erdogan noch viele.
Doch auch andere Dinge an ihm stören die Menschen. Sie werfen ihm vor, die Zeitungen und Fernsehsender zu bevormunden. Außerdem plant der Regierungschef einige umstrittene Gesetze. Wohl am meisten stört sie aber sein Umgang mit ihnen. Erdogan beschimpft die Demonstranten immer wieder und ist nicht bereit, auf ihre Forderungen einzugehen.
Wegen seines Umgangs mit den Protesten wird Erdogan von vielen ausländischen Politikern kritisiert. Auch deutsche Politiker forderten ihn auf, mit den Menschen zu sprechen, anstatt die Polizei gegen sie einzusetzen. Ändert Erdogan sein Verhalten nicht, dürften die Proteste wohl noch länger anhalten.








