Im letzten Jahr sind auf Deutschlands Straßen rund 3600 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen. Das ist der niedrigste Wert seit vielen Jahren. Dennoch ist es natürlich traurig. Um die Zahl der Verkehrstoten weiter zu senken, hatte der Chef der Partei SPD, Sigmar Gabriel, jetzt eine Idee. Er will eine Geschwindigkeitsbegrenzung für alle Autobahnen – und handelte sich damit viel Ärger ein.
Bisher gibt es auf einem großen Teil der Autobahnen kein Geschwindigkeitslimit. Autofahrer dürfen so schnell fahren, wie sie wollen. Sigmar Gabriel will das ändern. Künftig sollen überall maximal 120 km/h erlaubt sein, so seine Forderung. Auf diese Weise könnten viele Unfälle vermieden werden, glaubt der SPD-Chef. In fast allen anderen Ländern weltweit gibt es solche Geschwindigkeitsbegrenzungen.
Dennoch halten viele Politiker, Verkehrsexperten und normale Bürger gar nichts von Gabriels Idee. Sie sagen zum Beispiel, dass die meisten Menschen auf Landstraßen oder in der Stadt verunglücken. Nur ein sehr kleiner Teil der Verkehrstoten stammt von Autobahn-Unfällen. Andere glauben, dass es den deutschen Autobauern schaden könnte, wenn man mit ihren Autos nicht mehr schnell fahren darf.
Bei Autofahrern ist das Thema Tempolimits ohnehin unbeliebt. Niemand will sich gerne vorschreiben lassen, wie schnell er fahren darf. Und erst recht bezahlt niemand gerne ein Bußgeld, wenn er doch einmal zu schnell gewesen ist. Sigmar Gabriels Forderung kommt deshalb bei den meisten Menschen gar nicht gut an. In einem Jahr, in dem bald eine neue Regierung gewählt wird, ist das keine gute Werbung für eine Partei.
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